Familie Enrique Talg

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Enrique Talg Schulz (1894 - 1962) geboren in Lüneburg, war ein Pionier des Tourismus auf Tenerife und in Puerto de la Cruz. Von 1922 bis 1934 Betreiber mit seiner Ehefrau Ida Wyss (geboren in Solothurn, Schweiz) das Hotel Quisisana in Santa Cruz während der Wintersaisons. In der Sommersaison, als es dann keine Gäste gab, war er im Gran Hotel Balneario de Mondariz, Spanien, tätig. Danach leiteten sie die damaligen Hotels Taoro und Martianez, bis er 1959 das Hotel Tigaiga erbaute.

Enrique Talg Wyss (1924 -2006) Geboren in Spanien. Mitgründer, Besitzer und und Direktor des Hotels Tigaiga, heiratete 1964 die Kinderärztin und Botanikliebhaberin Dr. Gisela Reineke, geboren in Paderborn, Westfalen. Er erhielt zahlreiche Anerkennungen wie den "Premio de Turismo de Tenerife 2007" der Inselregierung wegen seines Engagements und beispielhaften Führung seines Hotels sowie als Liebhaber der Insel Tenerife. Sein Umweltbewusstsein und Gästebetreuung werden besonders hervorgehoben.

Puerto de la Cruz -  - Das Hotel Tigaiga in Puerto de la Cruz feiert 2009 sein 50-jahriges Bestehen von Sheila Collis

Der deutsche Auswanderer Enrique Talg-Schulz hatte das Hotel 1958 zusammen mit seinem Sohn Enrique Talg-Wyss errichten lassen. In den darauffolgenden Jahren und Jahrzehnten wurde es ständig erweitert und verbessert und  entwickelte sich schließlich zum Vorzeigeprojekt im Norden der Insel. Seitdem der Reiseveranstalter TUI den Holly Preis an die 100 besten Hotels der Welt verleiht, war das Tigaiga Hotel ausnahmslos in jedem Jahr unter den Top 100. Service und Qualität des Hotels werden von den Hotelgästen seit 14 Jahren in Folge als herausragend beurteilt. Auch durch die vielen Maßnahmen zum Umweltschutz, die die Hotelleitung in den vergangenen Jahren ergriffen hat, hat sich das Tigaiga hervorgetan. Nicht nur in den Beurteilungen der Gäste schneidet das Hotel sehr gut ab. Auch die Tatsache, dass manche der Mitarbeiter ihrem Arbeitgeber schon seit 50 Jahren die Treue halten, spricht für sich.   

Enrique Talg-Schulz war 1962 gestorben. Sein Sohn, der wie sein Vater als Pionier des Teneriffa-Tourismus galt, starb 2006 – bezeichnenderweise am Welttag des Tourismus. Er starb „con las botas puestas“, also gestiefelt und gespornt, wie es im spanischen Volksmund heißt, denn er war im Begriff gewesen, nach Santa Cruz zu fahren. Dort hätte er den Umweltpreis für das Hotel Tigaiga entgegennehmen wollen, den die TUI erneut an das Hotel verliehen hatte. Zwei Jahre vor seinem Tod hatte er das Hotel an seine drei Kinder Ursula, Irene und Enrique Talg Reineke übergeben.  

Alle drei hatten sich auf die Hotelbranche spezialisiert; alle drei sprechen fließend Spanisch, Deutsch und Englisch. Ursula studierte in der Schweizerischen Hotelfachschule in Luzern und machte weitere Lehrgänge in Konstanz, Weggis, Twann, Hamburg und Washington, bevor sie 1993 an der Universität von Cornell graduierte. Im gleichen Jahr wurde sie vom „IHA and Hotels Magazine“ zum „Jungen Hotelier des Jahres“ ernannt. 1990 begann sie aktiv im Familienunternehmen mitzuarbeiten. Heute nehmen ihre beiden Töchter viel Zeit in Anspruch und Ursula arbeitet nur mehr halbtags im Hotel. Sie ist für die Gartenanlage zuständig und überwacht den Bereich Unterhaltung. Ihr Hauptaufgabenbereich liegt allerdings im Kundenservice. Außerdem unterrichtet sie an der Tourismusschule in Puerto de la Cruz. Ursula gehört der Gruppe von Hoteliers an, die sich früh für die Einführung bestimmter Qualitätsstandards in den Hotels der Insel aussprachen. Die Idee, die auf Teneriffa ihren Ausgang nahm, wurde später in ganz Spanien übernommen und das Hotel Tigaiga gehörte zu den ersten Hotels die mit dem „Q“ Label für sehr gute Qualität ausgezeichnet wurden. Ursula Talg Reineke ist Vorsitzende des Tenerife Tourism Excellence Netzwerks, einer Vereinigung führender Hotels zur Förderung des Qualitätstourismus auf der Insel.

Schwester Irene besuchte die Steigenberger Hotelfachschule in Bad Reichenhall und studierte Betriebswirtschaft in Münster und Madrid. Praktische Erfahrung sammelte sie in Brüssel, Prag und Madrid. 1993 kam auch sie ins Hotel Tigaiga. In Deutschland sah sie, wie man auch in Hotels Energie sparen und Müll trennen konnte; etwas, das selbst in unzähligen spanischen Privathaushalten funktioniert. So setzte Irene viele Ideen zum nachhaltigen Umgang mit wertvollen Ressourcen als Kodirektorin im Tigaiga um und das Hotel war eines der ersten in Europa, das mit dem EMAS-Zertifikat für die Förderung der kontinuierlichen Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes ausgezeichnet wurde. 2002 wurde Irene eingeladen, ihr Modell zur umweltschonenden Führung eines Hotels vor einer EU-Expertenrunde zu präsentieren. Irene spezialisiert sich im Tagesgeschäft nicht nur um das Energiemanagement, sondern auch um die Finanzen und viele andere Bereiche. Sie kümmert sich auch um die Qualitätssicherung und so ist das Tigaiga auch mit dem ISO 9001 Standard zertifiziert, der die Einhaltung hoher Qualitätsstandards garantiert. Außerdem ist Irene eines der Gründungsmitglieder der Umweltkommission von ASHOTEL, der Vereinigung von Hoteliers auf Teneriffa.

Enrique, der jüngste der Talg Brüder, präsentiert das Familienunternehmen nach außen hin. Dabei sieht er sich selber nur als ein Rädchen im Getriebe, das wie jedes andere dazu beiträgt, dass der Betrieb optimal läuft. Nachdem Enrique sein Abitur am Kolleg St. Blasien im Schwarzwald gemacht hatte, absolvierte er eine Fachausbildung für Hoteliers in Köln. Sein Kochexamen legte er in Dortmund ab. Praktische Erfahrung sammelte er anschließend in Köln und in der spanischen Region Murcia. Seit 1996 arbeitet er zusammen mit seinen Schwestern im Familienbetrieb, wobei er für die Sicherheit im Hotel, die Restaurants, Küchen und den Bereich Instandhaltung verantwortlich ist. 1999 wurde er vom Tourismusverband zum „Jungunternehmer des Jahres“ gewählt. Er ist Mitglied im ASHOTEL Gremium sowie im Verwaltungsrat der Vereinigung junger Unternehmer. 

Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Unternehmens hatten die Geschwister Talg zunächst vor, ein Buch herauszugeben, zu dem eine Reihe von Gastautoren ihren Beitrag leisten sollten. Schließlich konnte man sich nicht darauf einigen, wer als Autor eingeladen werden sollte und wer nicht, und so kam die Idee auf, statt des Buchs doch einfach einen Internet-Blog ins Leben zu rufen. Auf http://en.tigaiga50.com kann nun jeder, der möchte, einen Eintrag hinterlassen. Außerdem werden hier auch Veranstaltungen im und rund um das Hotel Tigaiga veröffentlicht.

Enrique Talg Wyss ist ein Name, der auch im Tourismus der Zukunft seinen festen Platz haben wird. Eine Gruppe von Organisationen arbeiten daran, einen seiner lang gehegten Träume zu verwirklichen: Einen Wanderweg entlang der Küste, der San Juan de la Rambla mit Santa Úrsula verbindet und durch Los Realejos, Puerto de la Cruz und La Orotava führt. 

Trotz der wirtschaftlich prekären Lage auf den Kanaren behält man im Hotel Tigaiga den Investitionskurs bei und arbeitet ständig daran, das Hotel und den Service für die Gäste noch weiter zu verbessern. Wie Enrique Talg Junior erzählt, hält die Familie einen „ganzen Schrank voller Pläne“ bereit, die in nächster Zeit umgesetzt werden sollen. Die Geschwister Talg sind jedenfalls zuversichtlich, dass das Familienunternehmen auch diese Krise gut überstehen und gestärkt daraus hervorgehen wird. 

Nicht nur Hotelgäste werden im Tigaiga gern gesehen. Auch Residente oder Urlauber, die sich einfach gern das Hotel ansehen möchten oder im Hotelrestaurant speisen möchten, sind hier herzlich willkommen. 


(Sheila collis/Übersetzung: Margot Aigner)